Mit Fleiß zum Ziel: Ahmads Weg vom Neustart zum Wirtschaftsfachwirt

Als Ahmad 2016 nach Deutschland kam, stand er vor einem Neuanfang. Heute, zehn Jahre später, arbeitet er erfolgreich bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, hat seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement sogar ein halbes Jahr früher abgeschlossen und bildet sich aktuell zum Wirtschaftsfachwirt weiter.

Der Weg nach Deutschland und die Suche nach dem passenden Beruf 

Ahmad Fakhourji kam 2016 als Flüchtling nach Deutschland. Nachdem sein Aufenthaltsstatus geklärt war, besuchte er das Friedrich-Engels-Gymnasium in Senftenberg und absolvierte dort die 10. Klasse. 

Schon früh interessierte er sich für wirtschaftliche Themen. Zahlen, Organisation und Büroarbeit entsprachen seinen Stärken und Interessen. Deshalb entschied er sich bewusst gegen den klassischen Weg zum Abitur und für eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei der IHK Cottbus. 

„Ich wollte möglichst schnell ins Berufsleben einsteigen und etwas machen, das wirklich zu mir passt“, erzählt Ahmad. 

 

Ausbildung als Sprungbrett in die Berufswelt 

Besonders überzeugt ist Ahmad vom dualen Ausbildungssystem in Deutschland. Die Verbindung von Theorie und Praxis sieht er als großen Vorteil. 

„Man setzt direkt um, was man in der Schule lernt. Das macht das Lernen viel greifbarer und sinnvoller.“ 

Seine Ausbildung absolvierte er mit großem Engagement. Da er sich auch privat intensiv mit Wirtschaft und Politik beschäftigt, konnte er sich viele Inhalte eigenständig aneignen. Das zahlte sich aus: Ahmad schloss seine Ausbildung ein halbes Jahr früher als geplant erfolgreich ab. 

Für junge Menschen, die bereits wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten, sieht er die Ausbildung als hervorragende Alternative zum Studium. 

 

Noten sind wichtig – aber nicht alles 

Viele Jugendliche sorgen sich um ihre Schulnoten. Ahmad möchte ihnen Mut machen. 

„Nach meiner Erfahrung spielen neben den schulischen Leistungen vor allem Persönlichkeit, Motivation und ein überzeugendes Auftreten im Vorstellungsgespräch eine wichtige Rolle. Unternehmen achten darauf, ob Bewerberinnen und Bewerber zum Team passen und echtes Interesse am Beruf zeigen“. 

 

Sprache als Schlüssel zum Erfolg 

Besonders für Menschen mit Migrationshintergrund sieht Ahmad gute Deutschkenntnisse als entscheidenden Erfolgsfaktor. 

„In der Berufsschule muss man Deutsch gut beherrschen. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse wird es schwierig.“ 

Gleichzeitig betont er, dass Sprachkenntnisse Schritt für Schritt verbessert werden können. Wer motiviert ist, kann auch während der Ausbildung zusätzliche Sprachkurse besuchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen. 

 

Praktika öffnen Türen 

Eine wichtige Empfehlung hat Ahmad für alle Ausbildungsinteressierten: Praktika nutzen. 

Vor seiner Ausbildung absolvierte er ein Praktikum bei der IHK Cottbus. Dadurch lernte er das Team, die Arbeitsabläufe und die Unternehmenskultur kennen. Gleichzeitig konnte sich das Unternehmen ein Bild von ihm machen. 

„Ein Praktikum hilft beiden Seiten. Man merkt schnell, ob der Beruf und das Unternehmen wirklich zu einem passen.“ 

 

Beruf bedeutet mehr als Büroarbeit 

Viele Menschen verbinden den Beruf des Kaufmanns für Büromanagement ausschließlich mit Verwaltungsaufgaben. Ahmad sieht das anders. 

Neben organisatorischen Tätigkeiten seien Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Problemlösungskompetenzen gefragt. Besonders in Bereichen wie Marketing, Vertrieb, Personalwesen oder Beschaffung müssten Mitarbeitende eigenständig Entscheidungen treffen und neue Ideen entwickeln. 

„Man sitzt nicht nur am Computer. Man arbeitet mit Menschen, steht auf Messen und muss kommunikativ sein.“ 

Genau diese Mischung macht den Beruf für ihn besonders attraktiv. 

 

Weiterbildung direkt nach der Ausbildung 

Direkt nach seinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss begann er die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt. 

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und wird berufsbegleitend absolviert. Zwei Abende pro Woche besucht Ahmad nach der Arbeit den Unterricht.  

„An den Unterrichtstagen bin ich oft erst gegen 22 Uhr zu Hause. Das bedeutet lange Tage und wenig Freizeit – anstrengend, aber es lohnt sich.“ 

Der Wirtschaftsfachwirt wird auf einem Niveau eingeordnet, das mit einem Bachelorabschluss vergleichbar ist und eröffnet zahlreiche Karriereperspektiven.  

 

Internationale Erfahrungen durch eines Auslandspraktikums 

Während seiner Ausbildung nutzte Ahmad außerdem die Möglichkeit eines Auslandspraktikums in Griechenland im Rahmen des Erasmus+-Programms. 

Dort absolvierte er ein Praktikum bei der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer und gewann wertvolle Einblicke in internationale Wirtschaftsbeziehungen. 

„Es war spannend zu sehen, wie Unternehmen und Institutionen in verschiedenen Ländern zusammenarbeiten.“ 

Die Auslandserfahrung stärkte nicht nur seine fachlichen Kenntnisse, sondern auch seinen Wunsch, später international tätig zu sein. 

Wer sich für „Auslandspraktika während der Ausbildung“ interessiert, sollte sich direkt an IHK-Mobilitätsberater Jerome Ihli wenden:  

📧 E-Mail: jerome.ihli@cottbus.ihk.de  

📲  Telefon: 0355 365 2264 

Ahmads Rat an junge Menschen 

Wer auf der Suche nach einer Ausbildung ist, sollte sich zunächst mit den eigenen Stärken, Interessen und Zielen beschäftigen, empfiehlt Ahmad. 

„Man sollte sich fragen: Was kann ich gut? Was macht mir Spaß? Danach kann man gezielt nach passenden Ausbildungsberufen suchen.“ 

Statt möglichst viele Praktika zu absolvieren, rät er dazu, einige ausgewählte Berufe intensiv kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. 

Mit Motivation und Eigeninitiative zum Ziel 

Ahmads Geschichte zeigt, dass erfolgreiche Bildungs- und Berufswege viele Formen haben können. Die duale Ausbildung bot ihm die Möglichkeit, schnell praktische Erfahrungen zu sammeln, finanziell unabhängig zu werden und gleichzeitig seine beruflichen Ziele zu verfolgen. Heute arbeitet er erfolgreich bei der IHK, bildet sich weiter und plant bereits die nächsten Schritte seiner Karriere.