Interkulturelle Erfolgsgeschichten – Mutige Frauen im Gespräch
©Text/Fotos: Nona Nersesyan
Im Rahmen der 36. Brandenburgischen Frauenwochen hat die KAUSA-Landesstelle Brandenburg zu einer besonderen Gesprächsrunde im Pädagogischen Zentrum für Natur und Umwelt eingeladen.
Es war ein Abend voller persönlicher Geschichten, Mut und Hoffnung. Migrantische Frauen erzählten offen von ihrem Leben in Deutschland. Sie sprachen über ihre Herausforderungen, aber auch über ihre Erfolge und neuen Chancen.
„Ich wollte auch anderen helfen“
Nour Altaha, Arabisch-Lehrerin hat in Deutschland noch einmal neu angefangen.
„Ich habe in Berlin Deutsch gelernt und später eine Weiterbildung als Sprach- und Integrationsmittlerin gemacht“, erzählt sie.
Heute arbeitet sie im BIWAQ-Projekt bei der Stadtverwaltung Cottbus.
Als Mutter von zwei Kindern ist ihr Alltag oft anstrengend. Trotzdem bildet sie sich weiter.
„Meine Kinder motivieren mich. Ich arbeite und lerne gleichzeitig. Aufgeben ist keine Option.“
„Ich habe meinen Weg gefunden“
Roshan Saawi kam als Minderjährige ohne Deutschkenntnisse nach Cottbus. Erfolgreich hat sie den 10. Klasse Abschluss bestanden, auch wenn der Anfang nicht leicht war.
„Ich habe lange einen Ausbildungsplatz gesucht. Mit Unterstützung von KAUSA habe ich es schließlich geschafft“, sagt sie.
Heute absolviert Roshan eine Ausbildung zur Sozialassistentin und sammelt gleichzeitig praktische Erfahrung.
„Schritt für Schritt zum Erfolg“
Für ihr Masterstudium im Maschinenbau kam Ruslana Dvoretska aus der Ukraine nach Cottbus.
„Es gab viele Hindernisse auf meinem Weg“, erzählt sie. „Familie, Studium und Arbeit unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach“.
Trotzdem hat sie nicht aufgegeben und ihren Weg weiterverfolgt. Heute arbeitet sie als Willkommenslotsin bei der Handwerkskammer Cottbus:
„Ich unterstütze Menschen mit Migrationshintergrund dabei, einen Ausbildungsplatz oder Job im Handwerk zu finden.“
Vor Kurzem hat Ruslana zudem erfolgreich ihre Masterarbeit verteidigt.
„Bildung ist der Schlüssel“
Für ihren beruflichen Neuanfang kam Anna Diadik nach Deutschland und studierte Soziale Arbeit. Parallel dazu sammelte sie in Cottbus wertvolle Praxiserfahrungen.
Während ihres Studiums lernte sie das KAUSA-Projekt kennen. Im April 2022 begann sie dort ihre Tätigkeit und arbeitet seitdem als Projektreferentin – mit viel Herz, Engagement und Einsatz für andere Menschen.
„Ich bin glücklich, dass ich andere Menschen unterstützen kann“, sagt Anna.
„Ich habe sofort angefangen zu lernen“
Nataliia Zvierkova lebt seit 2022 in Deutschland und ist Mutter von vier Kindern.
„Am Anfang konnte ich kein Deutsch. Das war meine größte Herausforderung“, erzählt sie.
Sie hat sofort einen Sprachkurs besucht und schnell eine Stelle gefunden. Heute arbeitet sie als Buchhalterin.
„Zahlen sind überall gleich: Debit und Kredit versteht man in jeder Sprache.“
In Cottbus hat sie außerdem den „Ukrainischen Community Verein“ gegründet.
„Mein Erfolg in Deutschland ist, dass ich auf meinem Weg die richtigen Menschen getroffen habe, zum Beispiel Anna Diadik von KAUSA. Sie war die Erste, die zu mir gesagt hat: Du musst dich bewegen und mir den nötigen Anstoß gegeben, keine Zeit zu verlieren. Diese Motivation hat mir sehr geholfen“.
„Es ist eine schöne Sache, wenn man das, was man im Heimatland gelernt oder studiert hat, hier in Deutschland weiter voranbringen kann“, betont Mita Roß. Projektreferentin der KAUSA-Landesstelle Brandenburg.
Sie hat die Runde moderiert und stellte die Frage: „Was bedeutet Erfolg?“
Die Antworten waren unterschiedlich, aber eine Botschaft war klar: Mit Mut, Lernen und Unterstützung kann man viel erreichen. Die Geschichten der Frauen zeigen: Ein Neuanfang ist nicht leicht. Aber er kann gelingen.

