Traumberuf: Kfz-Mechatroniker

Viele unserer Ratsuchenden bringen nicht nur Motivation und Mut mit, sondern auch spannende Lebensgeschichten. Auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf stehen sie oft vor besonderen Herausforderungen – und meistern diese mit großem Engagement.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Autowerkstatt Axel Bölke GmbH in Nassenheide, Löwenberger Land. Gemeinsam mit Paul Bölke, Geschäftsführer und Ausbilder, sprechen wir über die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, die Bedeutung engagierter Ausbildungsbetriebe und die Förderung junger Talente.

Außerdem berichtet Daniel, KAUSA-Ratsuchender und Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr, von seinem persönlichen Weg, seinen Erfahrungen in der Ausbildung und den Herausforderungen, die er auf seinem Weg gemeistert hat.

Autowerkstatt Axel Bölke GmbH

Die Autowerkstatt Axel Bölke GmbH ist seit über 30 Jahren ein zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner für alle Anliegen rund um das Automobil. Das Familienunternehmen steht für langjährige Erfahrung, hohe fachliche Qualität und persönliche Betreuung.

Das Leistungsspektrum reicht von Reparaturen aller Art über Karosseriearbeiten bis hin zu fachgerechten Lackierungen. Ein engagiertes Team von acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgt dafür, dass jeder Auftrag zuverlässig und professionell umgesetzt wird. Die Werkstatt verbindet Erfahrung, Leidenschaft und Teamgeist – und bringt Fahrzeuge wieder in Bestform.

 

DANIEL, AZUBI IM 3 AUSBILDUNGSJAHR

Daniel, erzähl uns ein bisschen über Dich

Ich komme ursprünglich aus Moldawien. Zunächst ist mein Vater nach Deutschland gegangen, um hier beruflich Fuß zu fassen, und ein Jahr später sind meine Mutter und ich ihm nachgefolgt. In Moldawien habe ich zehn Jahre die Schule besucht und dort meinen Abschluss erworben. Anschließend setzte ich meine schulische Laufbahn in Deutschland fort und besuchte zwei Jahre lang das OSZ „Albert Schweitzer“ in Hennigsdorf, wo ich meinen Mittleren Schulabschluss erfolgreich abgeschlossen habe.

Warum hast Du Dich für diesen Ausbildungsberuf entschieden?

Meine Begeisterung für Autos begann schon sehr früh. Mit drei Jahren habe ich meine ersten Fahrzeuge aus Legosteinen gebaut, und schnell wurde mir klar, dass ich mich später beruflich mit Autos beschäftigen möchte. Mein Vater hat diese Leidenschaft von Anfang an unterstützt und mir bereits in meiner Kindheit erste praktische Erfahrungen ermöglicht. So durfte ich auf privaten Geländen erste „Fahrstunden“ nehmen und habe dabei nicht nur den Umgang mit Fahrzeugen gelernt, sondern auch ein Gefühl für Technik und Mechanik entwickelt.

Gab es besondere Hürden auf Deinem Weg?

Auf meinem Weg zur Ausbildung gab es einige Herausforderungen, die ich überwinden musste. Die größte Hürde war für mich die Sprache. Anfangs fiel es mir schwer, mich im Deutschen klar auszudrücken und Fachbegriffe rund um den Beruf zu verstehen.

Auch die zahlreichen Absagen, die ich während meiner Bewerbungen erhalten habe, haben mir manchmal das Gefühl gegeben, nicht weiterzukommen.  Das war nicht immer leicht zu verkraften. Dennoch habe ich daraus gelernt, nicht aufzugeben, mich kontinuierlich zu verbessern und meine Motivation aufrechtzuerhalten. 

Wer oder was hat Dir geholfen?

Der Migrationscoach an meiner Schule hat mir den Kontakt zur KAUSA-Landesstelle Brandenburg vermittelt, die Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützt. Dort habe ich viel hilfreiche Unterstützung bekommen: Zunächst haben wir gemeinsam mit Projektreferentin Elena Austermann meine Bewerbungsunterlagen überarbeitet und so optimiert, dass sie professionell und überzeugend wirken. Anschließend haben wir gezielt nach einer Praktikumsstelle gesucht, die meinen Interessen und Fähigkeiten entspricht.

Mein Praktikum in der Autowerkstatt Bölke war dabei besonders prägend. Ich durfte die Abläufe in der Werkstatt aktiv miterleben, selbst Hand anlegen und den direkten Umgang mit Autos kennenlernen. Schnell habe ich gemerkt, wie viel Freude mir die praktische Arbeit bereitet und wie sehr mich die technischen Aufgaben faszinieren. Dieses Praktikum hat mir gezeigt, dass ich meine Ausbildung mit großer Motivation und Begeisterung genau in dieser Werkstatt beginnen möchte.

Erzähl uns von Deinem Erfolg!

Ich befinde mich mittlerweile im dritten Jahr meiner Ausbildung und habe in dieser Zeit bereits viele Erfahrungen in der Werkstatt gesammelt. Die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Spaß, da ich praktisch tätig sein kann und immer wieder Neues dazu lerne.

Ein besonderer Meilenstein für mich war, dass ich inzwischen meinen Führerschein gemacht habe. Für meinen Beruf ist das sehr wichtig, denn dadurch kann ich nun auch Aufgaben außerhalb der Werkstatt übernehmen und bin insgesamt flexibler.

Früher bin ich schon um 4 Uhr morgens aufgestanden, um pünktlich zur Ausbildungsstelle zu kommen. Jetzt, da ich selbst fahren kann, kann ich morgens zwei Stunden länger schlafen, was mir deutlich mehr Energie für den Arbeitstag gibt und die tägliche Organisation erleichtert.

Was bedeutet Dein Erfolg für dich?

Dieser Erfolg bedeutet mir sehr viel, weil er mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg zu meinem Traumberuf bin. Er gibt mir Selbstvertrauen und Motivation, weiter engagiert zu arbeiten und meine Ziele Schritt für Schritt zu erreichen. Ich habe gelernt, dass sich Fleiß, Durchhaltevermögen und Begeisterung für die Arbeit auszahlen – und das bestärkt mich, immer mein Bestes zu geben.

Für meine Zukunft habe ich große Pläne: Nach dem Abschluss meiner Ausbildung möchte ich den Meistertitel erreichen, um mein Wissen zu vertiefen und künftig mehr Verantwortung in der Werkstatt übernehmen zu können. Ein weiterer Traum von mir ist es, am Nürburgring – der weltberühmten Rennstrecke im Motorsport – teilzunehmen.

Was möchtest Du anderen sagen, die gerade noch auf der Suche sind?

Mein wichtigster Rat ist: Habt euer Ziel immer vor Augen und gebt nicht auf, auch wenn es manchmal schwierig wird. Der Weg kann herausfordernd sein, aber mit Geduld, Ausdauer und Entschlossenheit lässt sich fast alles erreichen.

Es ist außerdem sehr hilfreich, sich Unterstützung zu holen und Beratung anzunehmen – sei es durch Lehrer, Coaches oder spezielle Berufsberatungsstellen. Sie können wertvolle Tipps geben, bei Bewerbungen helfen und Wege aufzeigen, die man alleine vielleicht nicht sieht.

Ganz entscheidend ist außerdem, einen Beruf zu finden, der euch wirklich begeistert. Nur wer Freude an der Arbeit hat und sich für seinen Beruf interessiert, kann motiviert bleiben und auch schwierige Phasen durchhalten. Wenn ihr eure Leidenschaft entdeckt, fällt es leichter, Hindernisse zu überwinden und die eigenen Ziele konsequent zu verfolgen.

 

PAUL BÖLKE, GESCHÄFTSFÜHRER, MEISTER KFZ-HANDWERK UND AUSBILDER VON DANIEL.

Ist Daniel Ihr erster Auszubildender mit Migrationshintergrund?

Nein, Daniel ist nicht der erste Auszubildende mit Migrationshintergrund. Allerdings ist er der erste, der den gesamten Ausbildungszeitraum von drei Jahren durchgängig geblieben ist und sich dabei durch besonderen Fleiß, Motivation und ausgeprägtes Durchhaltevermögen ausgezeichnet hat.

Wie gehen Sie mit möglichen sprachlichen Unsicherheiten von Daniel um?

Um sprachliche Unsicherheiten auszugleichen, achte ich darauf, langsam, deutlich und klar verständlich zu sprechen. Anweisungen werden strukturiert und Schritt für Schritt erklärt, sodass Daniel sie problemlos nachvollziehen kann. Wenn etwas unklar erscheint, ermutige ich ihn ausdrücklich nachzufragen. Offene Fragen werden sofort gemeinsam geklärt, um Missverständnisse zu vermeiden.

Gerade in einer Werkstatt, in der Fehler an Fahrzeugen schwerwiegende Folgen haben können, ist eine präzise Kommunikation von großer Bedeutung. Daher lege ich großen Wert darauf, dass Daniel jede Aufgabe vollständig verstanden hat, bevor er sie ausführt. Bei Bedarf werden Abläufe erneut erklärt oder gemeinsam praktisch durchgegangen. Auf diese Weise fördern wir sowohl seine fachliche Sicherheit als auch sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

 Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Team? Ist Daniel gut angebunden?

Die Zusammenarbeit im Team funktioniert insgesamt sehr gut. Daniel ist fest in die Arbeitsabläufe eingebunden und wird von allen Kollegen als vollwertiges Teammitglied wahrgenommen. Er fühlt sich in der Gruppe wohl und integriert, was sich positiv auf seine Motivation und seine tägliche Arbeit auswirkt.

Sind Sie mit den Leistungen von Daniel zufrieden?

Ja, ich bin mit den Leistungen von Daniel sehr zufrieden. Er hat in seiner Ausbildung gezeigt, dass er äußerst fleißig, zuverlässig und engagiert ist. Besonders beeindruckend war seine Leistung in der Zwischenprüfung, die er als Bester abgeschlossen hat. Darüber hinaus überzeugt Daniel durch seine Lernbereitschaft und seine Motivation, sich ständig weiterzuentwickeln.

Welche Erwartungen haben Sie an Jugendliche, die sich bei Ihnen bewerben?

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist echtes Interesse am Beruf. Wer sich für die Arbeit in der Werkstatt begeistert und neugierig auf technische Zusammenhänge ist, bringt bereits eine Grundlage für eine Ausbildung mit. Ohne diese innere Motivation kann die Freude an der täglichen Arbeit schnell verloren gehen, was sich langfristig negativ auf die Ausbildungsbereitschaft und die persönliche Entwicklung auswirkt.

Darüber hinaus erwarten wir Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Bereitschaft, Neues zu lernen. Jugendliche sollten offen für Anweisungen sein, Verantwortung übernehmen wollen und sich aktiv in das Team einbringen. Ein respektvoller Umgang miteinander sowie die Fähigkeit, Fragen zu stellen, wenn etwas unklar ist, gehören ebenfalls zu unseren Grundanforderungen.